10 Gründe für freie Software

1. Enthält genau die Funktionen, die Sie wirklich brauchen.

Freie Software entsteht aus dem unmittelbaren Bedarf von AnwenderInnen und enthält daher genau die Funktionen, die für all diese AnwenderInnen nützlich ist. Daraus entstehen sehr benutzerfreundliche Anwendungen, die sparsam mit Ressourcen umgehen und hohe Zuverlässigkeit haben. Der offen zugängliche Quellcode ermöglicht es, fehlende Funktionen bei Bedarf nach den eigenen Spezifikationen zu ergänzen.

 

2. Kontinuierliche Anpassung anstelle von teuren Releasewechseln.

Die Anpassung vonFreie Software an neue Anforderungen oder an neue Entwicklungen in der Hardware (z. B. bei neuen Drivern) erfolgt in kleinen Schritten durch regelmäßige Updates. Ihre Freie Software bleibt auf diese Weise immer aktuell, ohne Sie zu teuren Releasewechseln zu zwingen.

 

3. Erhöhte Sicherheit durch offene und geteilte Entwicklung.

Von Beginn an arbeiten bei Freie Software mehrere EntwicklerInnen unabhängig voneinander an den ihnen jeweils wichtigen Funktionen. Die jeweiligen Ergebnisse sind für alle anderen Teilnehmer des virtuellen EntwicklerInnenteams sichtbar und prüfbar. Mögliche Probleme werden daher früh erkannt und korrigiert und der öffentlich sichtbare Programmcode verpflichtet zu hoher Transparenz und Qualität.

 

4. Volle Kontrolle der Funktionalität.

Der Source Code der Programme ist offen und jede/r BenutzerIn kann ihre Version unmittelbar aus den Quellprogrammen bilden. Damit kann ausgeschlossen werden, dass ein Programm unerwünschte nicht sichtbare Funktionen hat. Enthält ein Programm Funktionen, die in der konkreten Anwendung unerwünscht sind, so ermöglicht der verfügbare Source Code eine adäquate Änderung.

 

5. Volle Unterstützung bei gleichzeitiger Unabhängigkeit von HerstellerInnen und VerkäuferInnen.

Viele Firmen in der Informationstechnologie unterstützen inzwischen Freie Software Produkte und AnwenderInnen, deren eigenes Know How für die Installation oder die laufende Betreuung nicht ausreicht. AnwenderInnen können zwischen solchen Firmen wählen und haben durch die Verfügbarkeit des Source Codes zusätzlich die Sicherheit, ihre Anwendungen unabhängig von den AutorInnen und unabhängig von der ursprünglich installierenden Firma dauerhaft betreuen und anpassen zu können. Als NutzerIn von Freier Software sind Sie weder von einem HerstellerIn oder LieferantIn abhängig und bei Bedarf können Sie jederzeit frei entscheiden, in welcher Form Sie die weitere Nutzung organisieren möchten.

 

6. Offene Standards und offene Entwicklungsumgebungen schaffen Sicherheit.

Die EntwicklerInnen von Freier Software haben großes eigenes Interesse, dass ihr Programm auf möglichst vielen Plattformen einsetzbar ist und möglichst problemlos mit anderen Programmen zusammenarbeitet. Davon profitieren auch Sie, weil sowohl die Werkzeuge zur Erstellung (Programmiersprachen, Entwicklungsumgebungen) als auch die Datenformate offen sind und nicht von den Launen und Plänen einzelner HerstellerInnen oder HardwarelieferantInnen abhängen.

 

7. Keine Bindung an bestimmte Systemumgebungen oder Hardwareplattformen.

Die Verwendung standadisierter Programmiersprachen und offener Entwicklungswerkzeuge verhindert die Abhängigkeit von einzelnen Systemumgebungen oder Hardwarearchitekturen. Das bewahrt Ihre Unabhängigkeit und ermöglicht auch den schrittweisen Wechsel von bestehenden Umgebungen zu neuen Konzepten.

 

8. Effizientere Nutzung von Ressourcen.

Open Source Software geht schonender mit Systemressourcen um. Die Funktionalität ergibt sich aus den unmittelbaren Wünschen der AnwenderInnen und nicht aus Überlegungen von Marketingabteilungen. Die angestrebte Neutralität der System- und Hardwareplattformen zwingt die EntwicklerInnen zu klaren Konzepten und schließlich sind die verwendeten standardisierten Programmiersprachen und Systemumgebungen ebenfalls nach diesen Prinzipien konzipiert und daher schlanker als proprietäre Werkzeuge im Rahmen kommerzieller Programmentwicklungen. Diese Ursachen führen zu schlanken und effizienten Programmen, die kleinere Systeme erlauben oder bei gleich gewählten Systemen zu überlegener Performance führen.

 

9. Schnellere Behebung von Fehlern und Sicherheitsproblemen.

Auch Freie Software ist komplex und soll unter vielfältigen Bedingungen fehlerfrei funktionieren. Das Auftreten von Fehlern kann also nicht ausgeschlossen werden, für AnwenderInnen wichtig ist jedoch deren vollständige und transparente Behebung. Die offene Verfügbarkeit des Source Codes ermöglicht es einer beliebig großen Zahl von AnwendernInnen, kurzfristig die Fehlerursache zu finden und zu beheben.

 

Die im Entwicklungsprozess verwendeten Kommunikationskanäle der Gemeinschaft der EntwicklerInnen erlauben bei Problemen eine rasche Kommunikation und eine gemeinsame Anstrengung zur raschen Lösung. Damit können Anwender viel schneller mit der Antwort auf entsprechende Meldungen oder auf Lösungen bei öffentlich bekannten Fehlern rechnen.

 

10. Kostengünstige Anschaffung und wesentlich günstigere Total Cost of Ownership.

Freie Software Systeme sind mit NutzerInnenlizenzen verbunden, die eine kostenlose Verwendung garantieren. Es kann sein, dass beim Kauf geringfügige Kosten für eine bestimmte Zusammenstellung oder für mitglieferte Dokumentation anfällt. Aber eine so erworbene Programmsammlung kann auf beliebig vielen Systemen eingesetzt werden. Der Aufwand – und bei externer Durchführung somit die Kosten – für die Installation und Anpassung an die konkreten Anforderungen sind vergleichbar mit den Kosten kommerzieller Softwareangebote.

 

Die kostengünstige Anschaffung ist allerdings nur ein vergleichsweise geringer Teilaspekt der Kostenersparnis, die sich aus vielen der besonderen Qualitäten von Freie Software ergibt. Es entfallen nicht nur die Lizenzkosten bei der ersten Anschaffung, sondern auch die Kosten späterer Releasewechsel. Solche neuen Releases sind üblicherweise mit neuerlichen Lizenzkosten verbunden und verursachen zusätzliche Kosten in der Systemadministration, durch nötige Hardwareanpassungen und allenfalls der nötigen Nachschulung der AnwenderInnen. Die gleitende Erneuerung von Open Source Software erspart solche Brüche und ermöglicht eine kontinuierliche, eigenbestimmte Anpassung der Installation.

 

Die effizientere Ressourcennutzung von Freier Software reduziert nötige Investitionen in Hardware und durch geringere Anforderungen an die Infrastruktur. Die wichtigste Kostenersparnis ergibt sich allerdings aus der besseren Stabilität und höheren Sicherheit von Freier Software. Ein Vorteil, der häufig nur schwer quantifiziert werden kann, der aber langfristig entscheidend werden kann.