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Langfassung

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COPY 4 FREEDOM !!!

Die Knoppix-CD – garantiert legal!

 

Die Kampagne Copy4Freedom startet am 6. Mai 2004 um 12:00Uhr mit einer

Pressekonferenz der GRÜNEN JUGEND mit dem gleichzeitigen Launch der Campaign-Seite www.copy4freedom.de bzw. www.c4f.org.

 

### Zwei Themen, ein Ziel:

### Freie Software und Privatkopie für eine freie Wissensgesellschaft!

 

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INHALT DER KAMPAGNEN-CD:

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Das von CD bootfähige Linux-Betriebssystem Knoppix in einer berarbeiteten Version auf Grundlage der v3.4 von der cebit 2004, aber schon mit der grafischen Oberfläche kde v3.2.

 

### Weitere Inhalte:

– Das OpenOffice-Paket 1.1.1 mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation,

Präsentationssoftware, Grafikprogramm und Formeleditor.

– Die deutschsprachige Wikipedia-Enzyklopädie mit über 80.000 Einträgen (ohne Abbildungen)

– Freie Bücher zu Linux, Html

– Viele Links zu frei kopierbarer Musik

 

### Außerdem:

– Die GNU-GPL-Preamble gesprochen von Daniel Cohn-Bendit, Mitglied des Europäischen Parlaments.

– Sprachsamples von Danny Cohn-Bendit, die für einen Wettbewerb im Juni genutzt werden sollen, diese in freie Musikstücke einzubauen. Es ist bereits ein erster Begrüßungsmix auf der CD.

 

### zahlreiche freie Software im Einzelnen:

 

# Ton, Bild & Text:

– Bildbearbeitung: The GIMP (GNU Image Manipulation Program)

www.gimp.org

– Audiobearbeitung: Audacity

Website: audacity.sourceforge.net/index.php

Tutorial: www.daniel.uklinux.net/tutorial/

– Mediaplayer: mplayer

– grafischer MP3-Player: xmms

www.xmms.org

– CD-Ripping unter Windows: CDex

cdexos.sourceforge.net

 

# für’s Büro:

– Webbrowser: Mozilla

www.mozilla.org

– Instant Messenger: Kopete (multi-protocoll messenger)

kopete.kde.org

– Privacy-Guard: GuPG

www.gnupg.org

Mini-Anleitung auf deutsch: www.gnupg.org/howtos/de/

Deutschsprachiges Handbuch: www.gnupg.org/gph/de/manual/

 

# Filesharing:

– eMule www.emule-project.net

– BitTorrent bitconjurer.org/BitTorrent/

– Gnutella (Client gtk-gnutella)

gtk-gnutella.sourceforge.net

– MLDonkey (multi-protocoll-filesharing)

mldonkey.org/portal/

 

 

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LIZENZEN

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– Die Software steht entweder unter der GNU General Public License, der GNU Lesser General Public License, der GNU Free Documentation License oder ähnlichen freien Lizenzen, die das freie Kopieren und Verändern der Software erlauben, sofern das Folgeprodukt auch wieder unter die jeweilige Lizenz fällt. Mehr zu den Lizenzen:

www.gnu.org/licenses/licenses.html

– Die Sprachsamples stehen unter der ShareAlike-CreativeCommons-Lizenz, die von Lawrence Lessig, Professor der Stanford Law School entworfen wurde. Damit behalten sich Künstler das Recht vor, über eine kommerzielle Nutzung selbst zu entscheiden.

Gleichzeitig geben sie damit die Erlaubnis, dass zu nicht kommerziellen Zwecken die Lieder beliebig kopiert und getauscht werden dürfen. Die Weiterverwendung der Samples für den Wettbewerb bedarf ebenfalls einer der CC-Lizenzen für das kreative Endprodukt.

 

Mehr zu den CC-Lizenzen: creativecommons.org

Die CreativeCommons-Lizenz hat gerade am 4.5.2004 den „Golden Nica“ des ’18. Prix Ars Electronica‘ in der Kategorie „Net Vision“ gewonnen. Ebenso das

WIKIPEDIA-Projekt in der Kategorie „Digital Communities“. Mehr dazu:

www.aec.at/de/index.asp

 

 

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VERBREITUNG

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– 5000 Hardcopy-CDs

 

– über das eMule/eDonkey-Netzwerk:

ed2k://|file|Knoppix_v3.4_mit_kde3.2_04-04-28_Copy4freedom.de-v1.0rc3_mit_OpenOffice_freeSoftware_Wikipedia.iso|730304512|AB161CD0B25E65684F886E5FACF25D08|/

 

– über das Bittorrent-Netzwerk (gerade im Anlaufen): Der Tracker findet sich auf tracker.flatline.de

 

 

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POLITISCHE FORDERUNGEN

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### Für EINE FREIE EUROPÄISCHE DIGITALKULTUR ###

 

Computer und digitale Daten sind aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Auf dem Weg in die europäische Wissensgesellschaft, in der immer mehr Prozesse digitalisiert sind, legt die GRÜNE JUGEND klare Maßstäbe an.

 

IT-Infrastrukturen müssen offen, transparent und demokratisch hinterfragbar sein. So wird Wettbewerb, mehr Innovation und eine nachhaltige Förderung

des Europäischen IT-Standortes gewährleistet. Ziel ist es, Monopolstrukturen zu vermeiden und Software sicherer zu machen. Für mehr Wahlfreiheit der

VerbraucherInnen und stärkere Bürgerrechte. Die GRÜNE JUGEND tritt deshalb entschieden gegen die innovationsschädliche europäische Richtlinie zur Softwarepatentierung ein.

 

Die GRÜNE JUGEND tritt für eine Reformierung der Europäischen

Urheberrechtsrichtlinie ein. Die Balance zwischen den Interessen der Verwerter, Künstler und Verbraucher ist nicht mehr gewahrt. Die GRÜNE JUGEND setzt sich dafür ein, dass die Chancen einer freien Wissensgesellschaft und die offene Weiterentwicklung der digitalen Kultur für mehr Innovation und Teilhabe in Europa genutzt werden.

 

## Freie Software für alle – Code für die Welt!

 

Freier Software gehört die Zukunft. Sie hat einen offenen Quellcode, kann frei

vervielfältigt und unter großzügigen Bedingungen verändert werden. Die

GRÜNE JUGEND fordert, dass an allen Schulen und Universitäten Alternativen zum Monopol gelehrt werden, damit die Medienkompetenz gerade unter

jungen Menschen gestärkt wird. Es werden Lizenzkosten gespart, die woanders im Bildungssystem dringend gebraucht werden.

 

Freie Software gehört in alle Institutionen des öffentlichen Lebens. Die Kosten

sollen nachhaltig durch Herstellungsunabhängigkeit und Wettbewerb

sinken und die europäische IT-Wirtschaft gestärkt werden. Das Beispiel Schwäbisch Hall zeigt, wie erfolgreich der Wandel in der IT-Infrastruktur ist: In

der Kommune wird komplett auf freie Softwarelösungen gesetzt. Auch München stellt gerade seine Verwaltung auf freie Software um. Die Stadt

Mühlheim an der Ruhr entwickelt gar eGovernment-Lösungen auf Basis Freier Software und lädt andere Kommunen zur Mitarbeit ein. Ohne einen

Qualitätsverlust werden so Mittel für grundlegende Aufgaben der Kommune freigemacht.

 

Die GRÜNE JUGEND fordert, dass öffentlich finanzierte Softwareprojekte

selbstverständlich unter Freie Lizenzen gestellt werden müssen. Das

Ausschreibungswesen der öffentlichen Verwaltung muss dahingehend geändert werden, dass Freie Software bei Ausschreibungen automatisch

bevorzugt wird, denn der Staat muss ein Interesse daran haben, demokratische Software zu nutzen. Dass alle Teilhabe an der Weiterentwicklung bieten, eröffnet riesige Chancen. Auch der Weg in mehr demokratische Mitbestimmung und e-Government ist nachhaltig und offen zu gestalten.

 

## TRIPS: Globale Diktatur der sogenannten geistigen EigentümerInnen

TRIPS ist das WTO-Abkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des sogenannten geistigen Eigentums. TRIPS schafft nicht nur durch die

Patentierung von lebensnotwendigen Medikamenten in den sog. Dritte-Welt-Ländern schwere Probleme. TRIPS bedroht auch die freie europäische Wissenskultur. So fordert TRIPS, dass das Urheberrecht mindestens 50 Jahre über den Tod des/ der UrheberIn hinausgeht. Außerdem müssten Patente auf allen Gebieten anerkannt werden. National sollen Ausnahmen im Urheberrecht stark zurück gedrängt werden und die Regeln insgesamt streng ausgelegt werden. Die GRÜNE JUGEND fordert eine Reform des TRIPS-Abkommen hin zu mehr Balance, eine Stärkung der Public Domain und eine stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft in der WTO.

 

## Rettet die Privatkopie!

Die historischen Errungenschaften der Informationsfreiheit – wie der ungehinderte Zugang zu veröffentlichten Werken in Bibliotheken, das Verleihrecht und die Privatkopie- müssen auch im Zeitalter der Digitalisierung erhalten bleiben. Ein rücksichtsloser maximaler Schutz der Interessen der

Verwertungsindustrie schadet dem Wissensstandort Europa. Eine nachhaltige

Entwicklung erfordert selbstverständlich den Schutz der UrheberInnen.

Ebenso müssen aber ihre Werke den Europäischen Bürger in Bildung und Lehre, in Berichterstattung und Kritik sowie als Inspiration und Teil für

neue Werke zur Verfügung stehen. Die GRÜNE JUGEND fordert, das Recht auf Privatkopie zu erhalten und auszubauen.

 

## Legalisiert Filesharing!

Der Geist von Peer to Peer und Filesharing ist aus der Flasche gelassen worden. Die GRÜNE JUGEND sieht viele Zukunftschancen, die diese neue Technologie bietet. Filesharing eröffnet eine neue Dimension von Musikkultur und gehört bereits jetzt zum Leben von unzähligen jungen und alten Menschen. Freier Datenaustausch ist eine Grundlage für mehr Teilhabe an Kultur und die Optimierung von Arbeitsprozessen. Die GRÜNE JUGEND ist nicht davon überzeugt, dass die Verfolgung von Filesharing-Benutzer die momentanen Probleme der Musikwirtschaft lösen wird und dadurch mehr Musik gekauft wird. Die GRÜNE JUGEND verurteilt das Vorgehen einzelner Industrien, Einschüchterungskampagnen gegen Verbraucher zu fahren. Jahrelang wurde das Internet verschlafen. Projekte wie Phonoline, welches mehr an Toll Collect als ein Musikerlebnis erinnert, sollen dabei komfortable Tauschbörsen ersetzen und KonsumentInnen umerziehen. Das wird so nicht klappen. Um das Problem pragmatisch zu lösen und weiterhin für einen gerechten Ausgleich zwischen Verbraucher, Künstler und Verwerter zu sorgen, schlägt die GRÜNE JUGEND ein Online-Vergütungssystem für Europa vor. Dieses System muss auch sozial gerecht sein. Es wird eine Befreiung für sozial Schwache, wie es sie auch bei herkömmlichen Vergütungssystemen-Befreiung gibt, eingeführt. Damit Künstler und Kreative auch im digitalen Zeitalter gerecht entlohnt werden können, Verbraucherrechte gestärkt werden und Filesharing endlich legalisiert wird.

 

## Für eine Freie Wissensgesellschaft!

Die GRÜNE JUGEND fordert öffentlich geförderte und über das Internet zugängliche Archive für Werke aus der Public Domain, damit Kultur digital bewahrt wird und die Bibliothek von Alexandria im Internet wieder auferstehen kann. Staatlich gefürderte Forschungsergebnisse und Wissenschaftliche Publikationen müssen unter freie Lizenzen gestellt werden, damit der offene Zugang zu Wissen bewahrt bleibt. Die GRÜNE JUGEND unterstützt die OpenAccess Bewegung, die sich für den Erhalt und Ausbau des freien Zugangs zu wissenschaftlichen Werken einsetzt.

 

## Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten?

Mit Rechtekontrollsystemen (Digital Rights Management Systemen – DRM) wird im Internet ein digitaler Stacheldraht rund um Kultur, Information und Wissen aufgebaut. Die GRÜNE JUGEND sieht DRM sehr kritisch, da diese Systeme dazu geeignet sind, VerbraucherInnenrechte und die Wahlfreiheit einzuschränken und gleichzeitig umfangreiche KonsumentInnenprofile anzulegen. Die Privatkopie steht dabei vor dem Ende. Konsumgewohnheiten können durch das Programm mit seinem Code und einzelne Firmen festgelegt und geändert werden. Die GRÜNE JUGEND sieht Gefahren für das Recht auf informationelle Selbstbestimmung durch Rechtekontrollsysteme. Konsumgewohnheiten können aufgezeichnet werden. Wenn erst die Möglichkeit zur detaillierten Analyse des VerbraucherInnenverhaltens besteht, wird diese auch genutzt, um den Menschen vollends auf einen gläsernen Konsumierenden in der digitalen Medienwelt zu reduzieren.

 

## Reformiert die Europäische Urheberrechtsgesetzgebung!

Die Europäische Urheberrechts-Richtlinie soll in der nächsten Legislaturperiode im Europaparlament auf den Prüfstand gestellt werden. Da die momentane Gesetzgebung in Deutschland durch diese Richtlinie entstanden ist, setzt sich die GRÜNE JUGEND für eine Reform der Europäischen Urheberrechts-Richtlinie ein. Damit Europa endlich eine moderne Urheberrechtsgesetzgebung bekommt, welche eine demokratische Wissensgesellschaft ermöglicht und die Teilhabe aller am kulturellen Leben sowie die Informations- und Meinungsfreiheit garantiert. Die GRÜNE JUGEND unterstützt dabei die europäische grüne Fraktion, die seit langem die

notwendigen Veränderungen für eine zukunftsfähige Balance zwischen

Urheber, Verbraucher und Verwerter einfordert.

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Beschluss des Bundesausschusses der GRÜNEN JUGEND am 25.4.2004

 

 

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Mehr Informationen zur Kampagne

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ab Donnerstag, 6.5. um 12:00Uhr auf www.c4f.org

 

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„Microsoft ist Kommunismus!“ (Daniel Cohn-Bendit, April 2004 auf der c4f-CD)