Creative Commons

Creative Commons (CC) ist eine US-amerikanische Non-Profit Organisation, die sich für mehr Vertragsfreiheit bei der Wahl von Urheberrechten einsetzt. Wer ein Lied, einen Text oder einen Film schafft, kann bestimmen, wie anderen sie nutzen dürfen. Üblicherweise verkaufen Kreative dieses Recht an einen Verlag, der dann über die Nutzung bestimmt. Wer möchte, dass seine Werke ähnlich frei genutzt werden darf wie Freie Software, kann diesen Wunsch nun rechtsverbindlich/vertraglich ausdrücken. Diese Art, durch Lizenzen Texte, Lieder oder Filme ausdrücklich zur Veröffentlichung frei zu geben, nennt man auch Open Content. Das Creative Commons Projekt hat einen Satz von Lizenzen erarbeitet, in denen „Einige Rechte vorbehalten“ („Some Rights reserved“) bleiben, anstatt „Alle Rechte vorbehalten“ („All Rights reserved“). Mit Hilfe eines Baukastenprinzips kann eine Lizenz zusammen gebastelt werden, die den eigenen Wünschen entspricht. Dazu stellt man sich drei Fragen:

  • * Soll die Nennung des Urhebers vorgeschrieben werden? (ja/nein)
  • * Ist kommerzielle Nutzung erlaubt? (ja/nein)
  • * Sind Veränderungen erlaubt? (ja/nur bei Verwendung derselben Lizenz/nein)

Daraus ergeben sich 12 Lizenzmöglichkeiten. Antwortet man mit „nein“ auf die erste Frage und auf die zweite und dritte mit „ja“, so stellt man sein Werk der Allgemeinheit zur freien Nutzung zur Verfügung. Antwortet man auf die erste und zweite Frage mit „ja“ und auf die dritte mit „nur bei Verwendung derselben Lizenz“ erhält man etwas sehr ähnliches wie die GPL.

Das Creative Commons – Projekt ist in den USA an der Stanford-University durch Professor Lawrence Lessig und Mitstreiter gegründet worden. Die Übersetzung in deutsches Recht ist in Arbeit und wird am 11.6.2004 auf der „Wizards of OS 3“-Konferenz in Berlin veröffentlicht. Die CC-Lizenzen können aber auch jetzt schon in Deutschland genutzt werden.

Ein Teil der Texte von der Copy4freedom-Kampagne stehen unter CC-Lizenzen. Alle Texte, bei denen GRÜNE JUGEND enthalten ist. Dies haben wir bewusst so gewählt. Wir geben die Freiheiten, dass die Texte beliebig verbreitet werden dürfen. Bei kommerzieller Nutzung möchten wir aber gefragt werden und die Quelle, in diesem Fall die c4f-Domain muss angegeben werden.

Bei Weblogs werden sehr oft CC-Lizenzen genutzt. So können einfach Texte aus anderen Weblogs in das eigene eingebunden werden. Nachrichten verbreiten sich so schneller. Achtet in Weblogs mal auf das CC-Logo und den Zusatz „Some Rights reserved“.

Eine der neuesten Lizenzen ist die Sampling-License, welche in Zusammenarbeit mit Gilberto Gil entwicklet wurde. Gilberto Gil ist Minister für Kultur in Brasilien und ein berühmter Komponist, Sänger und Gitarrist. Lieder unter der Sampling-Licence können beliebig gesampelt und in eigenen Liedern genutzt werden, ohne dass dafür eine Erlaubnis eingeholt werden muss. Dies erleichtert das Schaffen von neuer Musik, da Samples oft genutzt werden, und man nicht wie üblich erstmal mit Hilfe von Anwälten und Geld die Rechte zur Nutzung einkaufen muss. Lieder unter der CC Sampling-Licence dürfen allerdings nicht in ganzer Länge auf CD gebrannt und verkauft werden. Beim ganzen Lied bleiben die Rechte weiterhin beim Autoren / der Autorin.

Die Filesharing-Lizenz erlaubt, dass Lieder / Werke kopiert, öffentlich gespielt und getauscht werden darf. Alle Rechte bleiben beim Autoren / der Autorin, aber es wird die ausdrückliche Genehmigung zum Filesharen gegeben.

Weitere Informationen zum Cretaive Commons – Projekt:

Auf der Creative Commons – Projektseite:

www.creativecommons.org

Dort gibt es auch Flashfilme in englischer Sprache, die sehr anschaulich das Projekt und die Lizenzen erklären.

mirrors.creativecommons.org/movingimages/Building_On_The_Past.mov

mirrors.creativecommons.org/movingimages/Mix_Tape.mov

 

Ein Comic im CC-Stil erläutert die Filesharing-Lizenz:

creativecommons.org/learn/licenses/music-comics

 

Hier finden sich deutschsprachige News zu den Creative Commons: