Kommerzielle Angebote

Boykottiert DRM – Lasst Euch nicht Eure Konsumgewohnheiten technisch beschneiden!

Phonoline – Das Tollcollect der Musikindustrie

Phonoline wurde zur vergangenen CeBit offiziell gestartet. Phonoline dient als Infrastruktur für kommerzielle Shops, die auf Rechtekontrollsystemen aufgebaut sind. Laut eigener Aussage stehen über 250.000 Titel zur Verfügung. Allerdings sind wir in den letzten Wochen des öfteren daran gescheitert, bekannte Lieder dort zu finden. Auch muss eine extra Software herunter geladen werden, deren eigenwilliger Charme darin besteht, wie eine Software aus dem vergangenen Jahrhundert auszusehen. Die Lieder lassen sich nur mit dieser Software abspielen. Lieb gewonnene und komfortable Programme wie Winamp, die viel genutzt werden, bleiben außen vor. Unter Linux funktioniert das ganze überhaupt nicht, weil der geschlossene Windows Media Audio-Standard (WMA) genutzt wird. Phonoline gehört zur „Zuckerbrot und Peitsche“-Strategie der hiesigen Musikindustrie. Mit Zuckerbrot sollen kommerzielle Angebote geschaffen werden, damit Musik nicht mehr aus Filesharing-Systemen herunter geladen werden braucht. Die Peitsche kommt in Form von Einschüchterungskampagnen und der startenden Strafverfolgung von TauschbörsennutzerInnen. Wir wünschen der Musikindustrie viel Erfolg, in den nächsten Jahren ihr „Zuckerbrot“ weiter zu backen. überzeugt sind wir davon zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Deshalb sollte auch aus Eigeninteresse auf die „Peitsche“ verzichtet werden, um die eigenen Kunden nicht zu verfolgen. Wir schlagen vor, sich die Lebenswelten der jungen Verbraucher genauer anzuschauen und Angebote zu schaffen, die komfortable zu bedienen sind und sich an den Konsumgewohnheiten orientieren.

Der Apple ITunes Store

Apple zeigte als Technologiefirma, das es möglich ist, Musik kommerziell zu vertreiben. Nach einigen Jahren MP3 hatte es die Musikindustrie nicht geschafft, eigene Produkte auf den Markt zu bringen. Vielleicht hat man sich da ein wenig zuviel auf die Verfolgung und Dämonisierung von Filesharing-Nutzer konzentriert?

Trotz 70 Millionen verkaufter Dateien bleibt der Shop für Apple keine direkte Einnahmequelle. Der Großteil der Einnahmen geht direkt in die Bezahlung von Lizenzen für Musikrechte. Apple profitiert aber auf anderer Weise vom Erfolg ihres Apples iTunes-Shop. Der Shop ist das ideale Marketinginstrument für den MP3-Player iPod. Mit iTunes wird eine sehr komfortable Software für Apple OS und Windows zur Verfügung gestellt. Diese ist auch ohne den Shop praktisch für den eigenen Musikkonsum. Außerdem konnte durch Innovation das Image der Marke Apple positiv gesteigert werden.

Im Gegensatz zu den Phonoline-Shops beherrscht der iTunes-Store seine Suchfunktionen. Ein großes Angebot wird komfortable angeboten. Aber auch hier ist DRM eingebaut und Verbraucherrechte werden eingeschränkt. Und für den europäischen Markt ist der Shop erst geplant.